Was ist Tampondruck ?
Flexibilität und Kreativität

Das Tampondruckverfahren
Der Tampondruck ist eine Sonderform des Indirekten-Tiefdruckverfahrens. Es werden vorwiegend extrem schnelltrocknende Acryl-Harz-Lacke (z.B. Marabu TPR mit Härter) verarbeitet.

Der Druckvorgang -Rakeln
In eine polierte Stahlplatte wird das gewünschte Druckmotiv mit einer definierten Tiefe von wenigen µm geätzt. Das Druckklischee wird mit Farbe geflutet und mittels Rakelmesser vollflächig abgezogen. Die Klischee-Oberfläche ist nun farbfrei, nur in der Ätzung liegt die Farbe in gewünschter Druckbild-form und Schichtstärke. Binnen Sekundenbruchteilen bildet sich ein klebriger Farbfilm aus.

Der Druckvorgang -Farbaufnahme
Der Silikongummi-Tampon mit glatter Oberfläche wird auf das Klischee gedrückt. Mittels einer walkenden Abrollbewegung, ähnlich der eines stark zusammengestauchten Balles, legt sich der Tampon auf den Farbfilm und kann diesen anschließend aus dem Klischee heben.

Der Druckvorgang -Farbabgabe
Auch die Unterseite des Farbfilmes wird nun klebrig und lässt eine Übertragung auf beinahe jedes Druckgut in Form und Oberflächenstruktur zu, auf dem sich der Tampon ein zweites Mal vollflächig abwalken kann.

Die Physik
Die Übertragung des Druckbildes vom Tampon auf das Druckgut kann nur erfolgen, wenn das Druckgut eine geringe Oberflächenspannung und damit eine höhere Haftung aufweist. Trennmittel oder Staub behindern den Druck in gleicher Weise. Besonders kritische Bedruckstoffe sind PE und PP (auch PA-12), deren Oberflächenmoleküle durch eine geeignete Vorbehandlung wie z. B. Beflammen, Corona-(Hochspannungs-)Entladungen (auch Fluorieren) für mehrere Stunden bis Wochen aufgelockert werden.

Die Chemie
Die Lösemittel der Farbsysteme sind nach wenigen Minuten bis Stunden vollständig ausgedunstet und damit getrocknet. Werden 2-Komponenten-Farben verdruckt, sind diese nach 10-14 Tagen vollständig durchreagiert. Alle eingesetzten Farbpigmente sind schwermetallfrei DIN EN 71, Teil 3 - Sicherheit von Spielzeug - Migration bestimmter Elemente. Bronzepigmente enthalten Metallpulver und könnten die Leitfähigkeit der Basisfarben beeinflussen. Chemische Unverträglichkeiten von zugesetzten Antistatik-Additiven als Druckhilfsmittel oder Primer/Haftvermittler auf dem Druckgut sind für ausgehärtete Drucke nicht dokumentiert. Das Silikongummi von speziellen 'feuchten’ Tampons beinhaltet eine geringe Menge Silikonöl, die ein leichteres Trennen des Farbfilmes ermöglicht. Auf der Berührungsfläche des Druckgutes verbleibt ein kaum wahrzunehmender Ölfilm, der allerdings ein Überlackieren erschwert.

Die Anwendung
Das Tampondruckverfahren mit seinen Farben und Vorbehandlungen wird in allen Sparten der Industrie, im Bereich der Werbung, des Spielzeugs, der Medizin und der Elektronik eingesetzt. Einige Extrembeispiele: Spritzen, Lebensmittel-Verpackungen, Kleinkind-Spielzeug, elektronische Bauteile.

Die Verwandtschaft
Die Farbtechnologie der Tampondruckfarben ist aus den Siebdruckfarben der 80er Jahre gewachsen. Additive und Vorbehandlungen sind für Sieb- und Tampondruck identisch. Das Tampondruck-verfahren ist eine Entwicklung der Schweizer Uhrenindustrie zur filigranen Bedruckung von Taschenuhr-Zifferblättern. Durch Verfeinerung der Drucktechniken wurde inzwischen eine Perfektion erreicht, die die Ausweitung der Anwendungen auch auf andere Produkte ermöglichte.


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